Der Naturstaudengarten

PiratGuenterGartenDer Garten umgibt eine denkmalgeschützte Fachwerkscheune. Sie wurde 1783 errichtet und im Jahre 2000 zu Wohnzwecken umgebaut. Das Gebäude liegt auf dem Geländes des Rittergutes Groß Engershausen in Preußisch Oldendorf. Landschaftsprägende Elemente des Schlossgeländes sind ein kleiner Park, Obstwiesen und ein Wassergraben (Gräfte) sowie Bruchsteinmauern und Baumhecken als Geländebegrenzung.

Die Gartenanlage (zentrales Teilstück)
Formal stellt der Garten eine zusammenhängende Folge begehbarer Areale dar. Sie sind einer Wegeachse zugeordnet, die an der Ostseite der Fachwerkscheune von Norden nach Süden verläuft.
Aus den im Scheunenumfeld massenhaft vorkommenden Bruchsteinen entstand das architektonische Gerüst aus Wegen, Mauern und Beetumrandungen sowie aus Tritt- und Sitzsteinen.

Zielperspektiven
In der unmittelbaren Scheunenumgebung vorgefundene Wegrand- und Ruderalhabitate sollten durch gärtnerische Interpretation die Tradition des Ortes fortsetzen. Mit diesem ökologischen Gestaltungsanspruch verbindet sich ein ökopädagogischer Zielaspekt, nämlich einer interessierten Öffentlichkeit die Wildpflanzengärtnerei bzw. heimische Wildpflanzen näher zu bringen.

Der Garten als botanisches Arbeitsfeld
Zunächst geht es darum, die Artengemeinschaft der Wege und Plätze im Garten anzusiedeln und zu Monatsgesellschaften zusammenzustellen.
Mit der gelungenen Ansiedlung stellt sich die Frage, ob und wie weitere Entwicklungen gärtnerisch begleitet werden sollen.
Die Pflanzensoziologie lehrt, dass die Vegetation in ständigem Wechsel begriffen ist. Wildblumen eignen sich nicht für statische Vegetationsbilder. Sie entfalten ihre eigene Dynamik: Ordnungen lösen sich auf, Fülle breitet sich aus.
Behutsame Eingriffe setzen hier strukturierende Akzente. Ordnungsprozesse wie Gruppieren, Kontrastieren und Isolieren bringen Wildblumen optisch zur Geltung und erzeugen dadurch einen Gliederungseffekt.
Zwischen Ordnung und Fülle vermitteln auch Pflegemaßnahmen für konkurrenzschwache und dominante Pflanzen.

Text: Günter Ritter

 

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