Die Remise

ZimmereiDie Remise im hinteren Teil des Wirtschaftshofes wurde 1960 als Hofwerkstatt und Unterstand für die landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte errichtet. Dieser unscheinbare Zweckbau hat sich im Laufe der letzten 30 Jahre mehr und mehr zum gewerblichen Dreh- und Angelpunkt des Gutshofes entwickelt.

Er wurde im Jahre 2000 durch eine eigene Zufahrtsstraße erschlossen, die den gewerblichen Verkehr vom Umfeld des Herrenhauses fern hält. Die neue rückwärtige Straße nimmt die ursprünglichen Zuwegung der Ökonomiegebäude wieder auf.

Remise (und Feldscheune) im Wandel der Zeit
Zunächst hatte es noch die große, offene Feldscheune aus dem frühen 20. Jahrhundert gegeben, die einen Rinderlaufstall und das Heu- und Strohlager beherbergte. Nach Aufgabe der Landwirtschaft hatte ein benachbarter Bauer Feldscheune und Remise als Unterstand für alles Mögliche genutzt. Im Jahr 1985 gründeten der Zimmerer Carl-Maria v. Spiegel und die Tischler Peter Lindemann und Johannes Schlösser die „Engershauser Holzwerkstatt“ auf dem Gutshof. Die Feldscheune diente der Zimmerei über viele Jahre als Holzlager und überdachter Zimmerplatz. Parallel war die Remise als Tischlerei ausgebaut worden. So hatte sich der Wirtschaftshof in gewisser Weise in einen Bauhof verwandelt, auf dem sich über viele Jahre ein produktives gemeinschaftliches Arbeitsgeschehen abspielte. Im Jahr 2002 löste sich die Engershauser Holzwerkstatt auf und die Tischler verlagerten ihre Werkstätten nach außerhalb. Die Zimmerei existierte als eigenständiger Betrieb weiter.

Im Jahre 2008 wurde die Feldscheune „rückgebaut“, d.h. abgerissen, weil das asbestbelastete Dach und einige Bauschäden einen nicht zu vertretenden Investitionsbedarf nötig gemacht hätten, und weil das Gebäude nicht zum ursprünglichen Baubestand gehörte. Die große Zimmererwerkstatt wurde in diesem räumlichen Umfang auch nicht mehr gebraucht, weil der Inhaber den Arbeitsschwerpunkt seines Betriebes auf die ökologische Dämmung von Bauwerken verlagerte, was mehr Mobilität und weniger Arbeit vor Ort erforderte. Die notwendigen Werkzeuge und die Dämmmaterialien wurden überwiegend in großen Fahrzeugen untergebracht; die Dämmarbeit erfolgte vor Ort. Die Zimmerei war daher schon im Jahr 2003 in die Remise umgezogen.

Umbau / Restaurierung
Im Jahre 2009 entschloss sich der Eigentümer, die Remise energetisch zu sanieren und bessere Arbeitsräume und sanitäre Anlagen für das Zimmererteam zu bauen. Durch eine geschickte Aufteilung des Gebäudes gelang es zusätzlich, in der Remise eine neue Werkstatt für die Vergolderei Bärbel Spilker einzurichten und auch noch Platz für das Scherben-Museum Günter Ritter sowie einen Arbeitsraum für die Imkerin Schwester Edith Fickel zu schaffen.

Schon im Jahr 2006 entstand im Übrigen ein zusätzlicher Schuppen als Kellerersatzraum für die Mieter der Scheune. Er steht nahe dem Platz, an dem sich der ursprüngliche Schafstall der Hofanlage von 1773 befand und ordnet sich in seinem Erscheinen harmonisch in das Gesamtbild der Hofgebäude ein.

Weitere Informationen
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Informationen über den Geogarten und die Bienenzucht finden Sie unter „Leben und Arbeiten / Kunst und Kultur.

 

 

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