Überblick über 35 Jahre Bauarbeiten

59D6A8A6Seitdem Hiltrud und Carl-Maria v. Spiegel im Jahr 1979 das Gut Groß Engershausen übernahmen, sind über 35 Jahre vergangen. Diese Zeit war eine Zeit des Bauens. Alle Gebäude wurden von Grund auf restauriert. Eines wurde abgerissen, einige neu aufgebaut. Ein Teil der Aktivitäten ist in den Ausführungen zu den einzelnen Gebäuden beschrieben. Es ist aber auch an dieser Stelle nicht möglich, alle Veränderungen zu dokumentieren.

Hier wird daher eine chronologische Darstellung der Baumaßnahmen eingefügt. Am Schluss der Aufzählung können Sie sich mithilfe der Fotos einen kleinen Eindruck von der Restaurierung verschaffen.

 

 

1979
Einzug in das leerstehende Hotel. Rückbau der Hotelräumlichkeiten und -installationen nd weitere Aktivitäten, um das Haus wieder als Wohnhaus nutzbar zu machen, Räumung der völlig heruntergekommenen Wirtschaftsgebäude und des vermüllten Wirtschaftshofes

1980 – – 1985
Sanierung der Fachwerkkonstruktion und der Fenster, Einbau einer neuen Heizung, Beginn der energetischen Sanierung und des Tragwerks des Gutshauses in drei Bauabschnitten
Beginn der Milchschafzucht

1983
Erste Sanierung der ca. 400jährigen Linde durch den Baumchirurgen Kinzel.
Heckenpflanzung (vierreihig) um die nördliche Hoffläche

1985
Umbau des Melkhauses unter Wahrung des Bestandes als Wohnhaus für zwei Familien (Verpachtung im Erbaurecht)
Rückbau des Fahrsilos
Ausbau der Remise als Tischlerei
Unterschutzstellung der Hofanlage durch Landeskonservator Dr. Jahn (Landesdenkmalamt)
Sanierung der Wohnung Erdgeschoss Ost des Gutshauses (Finanzierung durch Mietvorauszahlung und Erwerb eines Wohnrechtes)

1986
Ausbau der Feldscheune als Zimmerei

1989
Erstellung eines verformungsgetreuen Aufmaßes für das Gutshaus durch Dipl. Ing. Wilfried Tiemeier, Hüllhorst

1989/90
Baugeschichtliche Untersuchung des Gutshauses durch den Kunsthistoriker und Bauforscher Dr. Holger Reimers, Hohenfelde

1992/93
Neuverputz der Fassaden (gemäß der vorliegenden Farb- und Gestaltungsbefunde) durch die Firma Stenner und Keitel Bielefeld

1993
Überarbeitung des Treppenhauses und der Halle (gemäß der vorliegenden Farbbefunde) durch die Firma Stenner und Keitel Bielefeld

1994
Räumung der verlandeten Gräfte, Wiederherstellung der ursprünglichen Wasserzuleitung aus dem örtlichen Quellbach

1994/95
Überarbeitung der auf Pfählen gegründeten Brückenanlage und der Hofmauer durch die Firma Meyer Restaurierungen

1996
Ersatz der nach der Gräftenräumung abgängigen Brücke vom Rasenparterre zum Park durch eine Behelfsbrücke (Brettstapelkonstruktion)

1997
Teilsanierung der wassergebundenen Decke des Ehrenhofs (Kieselrotdecke von 1964)

2000
Anlage einer Zufahrtsstraße für den Werkstattbereich und die rückwärtige Mietwohnung der Scheune auf der ursprünglichen Zuwegung zu den Ökonomiegebäuden; Aufgabe der Zufahrt zum Wirtschaftshof über die Hauptzufahrt; bauliche Wiederherstellung des stark beschädigten Mausoleums

2001
Errichtung des Schafstalls unter Verwendung der Fachwerkkonstruktion aus einem Nebengebäude des Schlosses Hüffe

2002
Umbau der südlichen Scheunenhälfte in eine Wohnung (Verpachtung im Erbbaurecht)

2004
Umbau der nördlichen Scheunenhälfte in eine Wohnung  (Vermietung)

2005/06
Wiederherstellung der Enfilade im Gutshaus (Beratung durch den Kunsthistoriker Dr. Holger Reimers)

2006
Erstellung eines Parkpflegewerks durch Dipl. Ing. Christhard Ehrig, Bielefeld
Umstellung der Schafzucht auf Nolana (Herdbuchzucht)
Errichtung eines Schuppens als Kellerersatz für die Mieter der Scheune auf dem Platz des ursprünglichen Schafstalls

2006-08
Umsetzung der Leitlinien des Parkpflegewerks: Wiederherstellung des Landschaftsparks (Fällung und Rodung des Pappelbestandes, Formung des Wiesenprofils)

2007
Restaurierung von vier weiteren Räumen des Herrenhauses, die im Dezember 2006 durch einen Schwelbrand in einer Decke stark beschädigt wurden
Verlust von Baumbestand auf der Gräfteninsel durch Sturm Kyrill (mehrere große Lebensbäume, eine uralte Kastanie sowie ein profilgebender Ahorn als Pendant der großen Linde vor dem Haus)

2008
Abriss der Feldscheune (gehörte nicht zum ursprünglichen Baubestand)
Sanierung der Linde (durch Rückschnitt mit Seilklettertechnik) mithilfe des Gartenbauamtes des Kreises Minden-Lübbecke
Umbau der Heizungsanlage im Gutshaus (Pelletkessel der Firma Paradigma) durch Firma Fehnker Heizung/Sanitär

2009
Umgestaltung der Remise (Tischlerei) in Betriebsräume für die Zimmerei v. Spiegel, die Vergolderei Bärbel Spilker und das Museum Günter Ritter
Translozierung und Restaurierung des Gartenpavillons entsprechend Parkpflegewerk

2009/10
Absenkung der Schotteraufschüttung im hinteren Gartenbereich um 40 cm, dadurch Freilegung jeweils zusätzlicher zweier Treppenstufen an den hinteren Hauseingängen. Damit „wuchs“ das Haus aus der Erde und erschien in seinen ursprünglichen Höhenproportionen
Anlage der Terrasse auf der Südseite des Gutshauses mithilfe des Garten-Landschaftsbau-Betriebes Karsten Rullmann
Anlage eines Rasenparterres mit Buchsbaumhecken im  Barockcharakter
Restaurierung der Sonnenuhr (Firma Meyer Restaurierungen)
Ausgrabung des 6-7 m tiefen ausgemauerten Brunnens, der ursprünglich das Haus versorgte, als Reservoir für die Gartenbewässerung

2011
Bepflanzung und Pflege von Garten und Park im Bereich hinter dem Haus
Einzäunung der Parkweide
Erweiterung des Schafbestands durch eine sehr robuste, „frostfeste“ und (fast) alles fressende neue Rasse (Herdvyk) ,liebevoll „Wickis“ genannt, für die Parkwiese

2012
Wiederherstellung des Ehrenhofs durch Absenkung der Aufschotterung um 40 cm (wie auf der Hausrückseite), wodurch die fünf Treppenstufen wieder zur Geltung kamen
Anlage eines Rondells, Entfernung von unpassenden Ziersträuchern auf dem Ehrenhof
Einsetzen zweier 12 m großer Pyramideneichen rechts und links vom Haus.

2013
Einzäunung des Parks, um die Beweidung der Fläche durch die Wickis  (Schafe) zu ermöglichen, was zu einer erheblichen Reduktion des  Aufwandes für die Parkpflege führte
Wiederaufbau und Stabilisierung der gesamten Vorderfront der rechten Gräftenmauer, die im letzten Winter kurz nach der Fertigstellung des Ehrenhofes mit großem Getöse ins Wasser gestürzt (wahrscheinlicher Grund: Abgang des durch den Wintersturm Kyrill beschädigten Ahorns, dessen Wurzeln den gesamten vorderen Mauerbereich gehalten hatten
Der Ehrenhof wurde an dieser Stelle zum zweiten Mal neu angelegt

2014
Neugestaltung des kompletten rückwärtigen Gartens unter Beratung der Gartenarchitektin Anja Maubach (Wuppertal) . Grund: Befall durch die  alle Bestände bedrohende Pilzinfektion der Buxushecken
Alle Stauden und Gehölze sowie der Rasen wurden ausgegraben und die Fläche bekam ein komplett neues Gesicht. Der Garten wandelte sich vom Barockgarten zum „Gräftengarten“

2015
Man sieht: die Erhaltungs- und Pflegearbeit nimmt kein Ende. Wenn die Restaurierung in groben Zügen geschafft ist, stehen natur- und verfallsbedingte Unterhaltungsarbeiten an. Wer ein solches Haus instand halten möchte, hat niemals Langeweile.
Für die nahe  Zukunft haben wir uns den Wiederaufbau der Grabpyramide im kleinen Busquet vorgenommen. Die Steine sind wahrscheinlich alle noch da, allerdings im Umkreis um den Grundriss der Pyramide verstreut. Hier erwartet uns eine geschichtsträchtige und interessante Puzzlearbeit.

  • Gräftenräumung 1993
  • Pflanzen einer Hecke
  • Der freigelegte Brunnen
  • Fassade Nord
  • Translozierung
  • Umbau Freudenstein
  • Schafstall